Zur Sache

Was muss Klimaforschung heute leisten, Klaus Grosfeld?

Es lohnt sich, etwas zu tun!

Angesichts von Hitzerekorden und Wetterextremen ist Klimaforschung heute wichtiger als je zuvor. REKLIM-Geschäftsführer Klaus Grosfeld sieht deshalb auch die Wissenschaft in der Verantwortung und setzt auf die Stärken des Verbundes.

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Wichtige Fragen stellen

Wissenschaft war und ist immer ein wichtiger Motor für die Entwicklung der Zivilisation, aber auch Wegbereiter, um Lösungen für gesellschaftliche Fragen und Herausforderungen zu finden. Zu diesen gehört im 21. Jahrhundert in hohem Maße auch der von uns Menschen verursachte Klimawandel. In REKLIM erarbeiten wir Wissen, das als Grundlage für Entscheidungsprozesse genutzt werden kann. Antworten finden, den Klimawandel, seine Ursachen und seine Folgen um uns herum verstehen und Wege aufspüren, um Handlungsoptionen aufzuzeigen – dies treibt den Forschungsverbund seit zehn Jahren an. Gemeinsam mit hochmotivierten Kolleginnen und Kollegen aus neun Helmholtz- Forschungszentren wollen wir den Verbund in diesem Kontext thematisch weiter ausgestalten und dadurch erfolgreich weiterentwickeln. Forschung für uns heißt: Verantwortung für die Zukunft zu tragen.

Heimat

Ziel von REKLIM ist es, die regionalen Auswirkungen des Klimawandels in Reaktion auf die globale Erwärmung zu untersuchen und zu quantifizieren, denn der globale Wandel ist ein abstraktes Schlagwort. Jeder Mensch erlebt nur die regionalen Auswirkungen des Klimawandels. Sie beeinflussen sein Lebensumfeld. Sei es als Landwirt, der die zunehmende Trockenheit zu spüren bekommt, oder als Mensch an der Küste, der mit dem steigenden Meeresspiegel leben muss. Uns geht es hierbei aber nicht nur um begrenzte geographische Gebiete, sondern darum, übertragbare Erkenntnisse zu erlangen. Mit diesen wollen wir dazu beizutragen, bessere Vorhersagen für zukünftige Klimaentwicklungen zu machen, die auch zu einem verbesserten Klimaschutz und zu effektiven Anpassungsmaßnahmen führen.

In Kontakt treten

Um etwas gegen den Klimawandel und seine Auswirkungen zu tun, müssen die wichtigstenAkteure aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft in Dialog treten. Hier arbeitet der Verbund erfolgreich mit einer großen Bandbreite an Aktivitäten und Formaten und wird dies auch in Zukunft tun. So ist ein intensiver Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft entstanden, der Forschung in die Mitte der Gesellschaft rückt und die Ergebnisse in die Umsetzung bringt. REKLIM geht hier innovative Wege, von Filmprojekten bis hin zu Informationsportalen. Die Hauptadressaten sind dabei Entscheidungsträger in öffentlichen nationalen oder internationalen Einrichtungen, die für die Umsetzung von Umwelt- und Ressourcenpolitik Verantwortung tragen, sowie die an Umweltfragen interessierte Öffentlichkeit.

Mitmachen

Das Klimaschutzziel der Bundesregierung, die Emissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 bis 95 Prozent zu reduzieren, kann nur durch eine grundlegende Transformation der Gesellschaft erreicht werden. Eine Aufgabe, die uns vor gewaltige wirtschaftliche, politische und auch gesellschaftliche Herausforderungen stellt, weil alle Beteiligten oft eigene und zum Teil durchaus gegensätzliche Interessen verfolgen. Angesichts dieser Ausgangslage ist es wichtig, dass Klimaforschung sowohl die wissenschaftlichen Grundlagen und Randbedingungen als auch die Perspektiven und Potentiale aufzeigt. Wir müssen den Menschen gute Argumente an die Hand geben und insbesondere auch die junge Generation dabei unterstützen: Es lohnt sich, etwas zu tun – und den dringend benötigten gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. Der Verbund arbeitet hier in ganz unterschiedlichen Projekten, um das notwendige Wissen in die Gesellschaft einzubringen. Es geht also darum, dass auch wir uns als REKLIM intensiv im Bürgerdialog, in der Politikberatung und für eine nachhaltige Veränderung unserer Gesellschaft engagieren.

Gemeinsam

Klimaforschung hat sich in den letzten Jahren zu einer „Systemwissenschaft“ entwickelt, bei der es um das gesamte Klimabzw. Erdsystem geht. Sie stellt heute eine hoch interdisziplinäre und extrem problemgetriebene Wissenschaft dar. REKLIM hat hier von Beginn an Maßstäbe gesetzt. Die beteiligten Helmholtz-Zentren bringen ihre Spezialkenntnisse in verschiedenen Zweigen der Klimaforschung, wie z. B. der Atmosphären-, Polar- oder Bodenforschung ein. REKLIM wirkt hier wie ein Schmelztiegel für die Spezialkenntnisse, um die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Klimakomponenten besser zu verstehen, um Klimatrends zu bestimmen und zu entschlüsseln. Es sind aber auch neue Formen der Zusammenarbeit mit Experten aus anderen Bereichen erforderlich, wie z. B. den Gesellschafts-, Wirtschafts- und Politikwissenschaften. REKLIM bietet diese Möglichkeit der Zusammenarbeit über thematische Grenzen hinweg.