Thema 10: Risikoabschätzungen und Risikomanagement für Klimaanpassungsstrategien (GFZ, HZG, KIT, UFZ, Universitäten Potsdam, Hamburg, Leipzig)
Mit welchen Risiken geht der Klimawandel einher, und wie sind diese aus ökonomischer Sicht zu bewerten? Wie können politische Entscheidungsträger beim Umgang mit diesen Risiken von wissenschaftlicher Seite unterstützt werden?
Mittlerweile herrscht in Wissenschaft und Politik ein breiter Konsens, dass der Anpassung neben der Emissionsvermeidung eine essentielle Rolle in der Klimapolitik zukommt. Gemäß dem vierten Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) tritt der Klimawandel – bedingt durch anthropogene Treibhausgasemissionen – mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein. Selbst wenn die internationalen Klimaschutzverhandlungen von Erfolg gekrönt sind, ist eine Trendumkehr der klimatischen Veränderungen in der kurzen bis mittleren Frist nicht zu erwarten. Bereits heute sind erste Folgen der klimatischen Veränderung, wie Extremereignisse (Überflutung, Hagel, etc.), Anstieg der Durchschnittstemperaturen und eine Veränderung der Niederschlagshäufigkeit und -verteilung spürbar. Somit gewinnt die Anpassungsstrategie für betroffene Interessengruppen und politische Entscheidungsträger auf verschiedensten Ebenen immer mehr an Bedeutung.
Folglich ermangelt die Anpassungspolitik einer wissenschaftlichen Grundlage. Entscheidungen werden zumeist ad hoc getroffen, unter isolierter Betrachtung einzelner Aspekte des Klimawandels und ohne eine adäquate Berücksichtigung der immensen, dynamischen Risiken und Unsicherheiten, mit denen der Klimawandel und dessen Folgen behaftet sind. Die Weiterentwicklung der Anpassungsforschung ist unabdingbar, ansonsten könnten Wirtschaft und Gesellschaft erheblichen Schaden nehmen.
Dieser Herausforderung nimmt sich REKLIM Thema 10 an. Die wesentliche Aufgabe besteht darin, Wissenslücken zu schließen, bzw. fehlendes Wissen und damit verbundene Risiken an die breite Öffentlichkeit zu kommunizieren und Anpassungsstrategien auf wissenschaftlicher Basis zu entwickeln.
Abbildung 1 illustriert am Beispiel von Hochwasserrisiken die verschiedenen Phasen des Risikomanagementzyklus. Vor der Überflutung gilt es u.a., das Risikobewusstsein und die Bereitschaft der gefährdeten Bevölkerung zu fördern und Frühwarnsysteme zu implementieren (Antizipation). Während der Überflutung müssen geeignete Gegenmaßnahmen und Rettungsaktionen eingeleitet werden (Widerstand und Bewältigung). Nach Abklingen der Überflutung ist der Fokus auf die Wiederherstellung bzw. den Wiederaufbau gerichtet, wobei die Flutopfer zu kompensieren sind. Wurden diese Aufgaben bewerkstelligt, so ergibt sich ein Zeitfenster, um die aus der Überflutung gewonnenen Informationen, Erkenntnisse und Erfahrungen für die Konzeption und Implementierung von Vermeidungs- und Anpassungsstrategien und -maßnahmen zu nutzen. (Quelle: Steinführer et al., 2009, UFZ; eigene Übersetzung)
Weitere Informationen zum Thema 10:
Wissenschaftliche Ergebnisse zum Thema 10 im REKLIM Newsletter 2011
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